eine anmerkung zu anmerkungen

der student kommt sich besonders studentisch vor, wenn er einen grossen stapel buecher auf einem tisch liegen hat. in einzelnen buechern, in besonders studentischen phasen auch in mehreren, blaettert er dann interessiert herum. sein gesicht ist dabei angespannt und doch voller ruhe, eine ruhe die nur dann unterbrochen wird, wenn er einen gedanken hat. dann huscht ein seltsames blitzen ueber sein gesicht und der student wird aktiv. im guenstigen fall schreibt er dann etwas belanglos-schlaues auf einen zettel und faengt an alle seine buecher auf einmal zu durchblaettern. das hab ich doch, das wird doch – im unguenstigen fall nimmt er seinen stift zur hand und schreibt eine anmerkung in das buch. das ist schlimm aus zweierlei grund:
der kleinere ist, dass er es dann fuer eine markierung haelt. der arme autor hat vielleicht einen unueberlegten nebensatz eingestreut, doch unser edler ritter auf dem schlachtfeld des wissens erklimmt jetzt den feldherrenhuegel um gegen jede misinterpretation des jetzt eroberten autors ins feld zu ziehen. seine saetze in der hausarbeit werden viele „besonders deutlich wird jene tendenz wenn“ paraphrasierungen beinhalten. immer wenn er das buch jetzt durchblaettert, wird er von markierung zu markierung springen. sein einfall ist jetzt der des autors und unser held liest sich ein ums andere mal selbst. stolzgeschwollen. im prinzip hat er jetzt schon ein buch geschrieben…
der groessere ist, dass das buch vermutlich aus der buecherei ist. dort wird ein anderer es aus dem regal nehmen und sich damit in ein cafe setzen um studentische dinge zu tun, was sein quasi urstudentisches recht ist. aber dort werden seine augen wie von zauberhand gefuehrt von anmerkung zu anmerkung, von markierung zu markierung fliegen. zu seinem und der nachwelt aerger wird er nicht so viele gedanken haben, weil von all den gedanken die ein buch enthaelt jetzt ganz wenige und die auchnoch falsch in grellgelb in das wehrlose blickfeld springen. liebe leihbuecherei nutzer und an antiquariate verkaeufer. wenn jemand sich ein buch des herrn maynard keynes besorgt, wen moechte er dann lesen? den herrn maynard keynes. mitnichten den johnathan dano, dem das buch laut stempel zuerst in die haende gefallen ist! eine ausnahme moechte ich machen: wenn herr jonathan dano eines tages sehr beruehmt werden sollte, weil er undurchbrennbare gluehbirnen erfunden hat oder er ein exzellenter fussballer geworden ist (einen friedensnobelpreis, also eine auszeichnung die man mit al gore und arafat teilen muss, goenn ich nochnichteinmal einem anstreicher), dann koennte mein buch rapide im wert steigen. das waere dann eine entschaedigung dafuer, dass ich herrn keynes sein notwendig falsches bewusstsein nicht nachweisen konnte, weil herr dano schon herausgefunden hatte, dass keynes eine wahnwitzig spannende monetaertheoretische formel von friedmann antizipiert hat.
ach ja, mir gehts uebrigens blendend. merkt man das nicht?


2 Antworten auf „eine anmerkung zu anmerkungen“


  1. 1 szeneputzen 07. Dezember 2007 um 1:59 Uhr

    du tust studentische dinge und benutzt studenten-begriffe. ;)
    hast du eigentlich eine nachricht erhalten?

  2. 2 uiui 07. Dezember 2007 um 14:21 Uhr

    könnte mich totlachen,denn eigentlich habe ich das auch vor vielen Jahren bereits festgestellt, konnte es jedoch aus Mangel an Hochsprachkompetenzen nicht so ausdrücken. Neulich jedoch machte ich ein e andere Beobachtung, wenn der Text nicht gemarkert sondern lediglich mit Bleistift unterstrichen ist, kann man das Original gut lesen und sich darüber amüsieren, was sich der andere wohl gedacht hat…..liebe Grüße

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