Archiv für Februar 2008

impressionen eines wochenendes

„mit der brille siehst du aus wie woody allen. das ist zwar nicht wirklich ein grund sich himbeerzigarren mit dollarnoten anzuzuenden, aber es steht dir. verdammt, machst du das grad wirklich, ein fotoapparat, schnell!“

„das wuerde dir so passen. und dann noch schoen nach koreatown in die karaokebar, oder was? nene, schluss mit ethnoquatsch, wir gehn jetzt raven!“

„i‘m cute, skinny and intelligent. but i have this arrogant hipsterattitude that keeps the number of admirers at a bearable level“

„was wir jetzt braeuchten waere beissende kulturkritik, dieses steak krieg ich ohne aetzende klugscheisserei nicht verdaut.“

„rockkolumnistin also. hm. junge du riechst heut morgen als wuerde man dich fuer mindestens zwei wochen nichtmehr zu gesicht bekommen…“

von irren und der irrenanstalt

nach ein paar stunden public finance, wo ich unterschiedliche ansaetze zur berechnung des wertes eines menschenlebens ausprobieren durfte, und dem versuch, in einem verzweifelten gespraech mit einer kosovokonfliktloeserin aus letzterer noch einen tropfen der menschlichkeit zu wringen, deren ahnung sie wohl mal in diesen unfug getrieben hat, habe ich zwei nachtspaziergaenge gemacht. einen ueber den campus, um mal wieder dem nebel zu zu sehen, wenn er die huegel hinunterlaeuft und einen zu karl kraus. bei zweiterem fand ich ebenjene schoene seite, die von oben bis unten fast mehr geholfen hat als der campusspaziergang.

einfuehrung in die resignation an der oekonomie

auch und gerade fuer nicht-vwl‘er:

sonnenuntergang…

…manche sind obama- kampagnenhelfer und halten vortraege ueber die entwicklungsmoeglichkeiten des kosovo waehrend wesley clark im publikum sitzt. diese universitaet bietet wirklich erstaunliche karrieremoeglichkeiten, wenn es darum geht sich so richtig hochkant ranzuschustern und man richtig was veraendern will. die ganze tragik des besseren menschen, der sich bevorzugt als europaeer bezeichnet, wird so richtig urkomisch wenn er sich mit einem „change we can believe in“ (der slogan an sich ist nichts verwerfliches, wahlkampf eben. und in der jetzigen situation hat er ja auch einen verstaendlichen botschaftaspekt. eben ein „echter wechsel“ soll es sein. getragen von dem jusofoermigen europaeischen wahlkampfhelfer wird er aber richtig traurig. wer will schon einen wechsel an den solche graulinge „glauben“ koennen? der ist entweder keiner, oder richtig schauerlich) button und einem „hope“ tshirt bewaffnet um den gemeinen amerikaner ueber sein eigeninteresse aufzuklaeren (dem er dann auch gerne mal rassismus unterstellt wenn er die frau waehlt, aber so ist er, unser weisser heterosexueller europaeer, der bis jetzt doch jedes mal einen marginalisierten gewaehlt hat). oder dem mann, der die endgueltige zerschlagung jugoslawiens ueberwachen soll, vortraegt, wie man das einigermassen sauber zu ende bringt und serbien in die eu. ich habe heute im bus gesessen, aus dem fenster gesehen und bob dylan gehoert. ein buch gelesen und mich in der sonne am meer auf meine klausuren vorbereitet indem ich grosse mengen kaffee konsumiert habe und dabei mein buch auf dem schoss hatte.
dann war ich in einem cafe einen rotwein trinken und habe versucht, jemandem die schoene dendemann-zeile „gegensaetze ziehen sich an, gemeinsamkeiten aus“ zu uebersetzen, was ich aber recht schnell aufgegeben habe. einig waren wir uns aber, wie verdammt schwierig es ist, in anbetracht der wichtigkeit fuer die weltpolitik, die einem fuer die aufopferungsvolle selbstlosigkeit eines mckinsey praktikums und die praktische mitarbeit an der jeweils aufregensten sauerei geboten wird, nicht arrogant und/oder neidisch zu werden. uneinig darueber, ob man eben auch bescheiden fernbleiben kann. aber der erloesende satz war doch: „es waer mir auch einfach zu viel arbeit“. und dann nickten wir wie alte maenner und frauen und sagten noch manch weltweises, bevor wir in gelaechter ausbrachen. denn eines sollte man wissen: dieses quarter ist um welten besser als das letzte.

liest da eigentlich jemand korrektur?

warum genau ich „welt online“ lese, weiss ich selber nicht. vielleicht weil ich mich so gerne grusele. aber ab von grenzdebil-reisserischen ueberschriften hat dieses medium auch interessante verschreiber zu bieten. oder war der finanzteil zu oede fuer die terrorangstundueberfremdungsverwoehnten schreiberlinge? who knows:
„…Die Bank sehe aber nicht nur die Risiken, sondern auch die Chancen. Den Unsicherheiten trage sein Haus dadurch Rechnung, dass sie bei einigen Explosionsplänen abwarten werde, wie sich die Märkte entwickelten…“
wir wuenschen grade ackermann viel erfolg beim explodieren…

„Alle meine Freunde sind Hardcore-Linke und Marxisten und diskutieren den ganzen Tag über den Unterschied zwischen Marxismus und Maoismus, während das Leben ohne sie weitergeht.“

obwohl ich das wochenfeuilleton der linkshedonistischen selbstgefaelligkeit ja nicht noch weiter durch die strukturlosigkeit der blogosphaere verschmieren will, wo eben alles geht solange es nur „gut gemacht“ ist und die fuenf klassischen diskursklippen umschifft werden, habe ich mich ueber das interview mit der ehemaligen vorsitzenden der black panther zu den amerikanischen wahlen sehr gefreut. lesen!

eine voellig neue theorie der zeit.

wenn man in seinem bettchen sitzt und unanstaendiges tut, wie z.b. an einem samstag abend ueberhaupt in seinem bettchen zu sitzen und obendrein noch ganz unnoetigerweise vor sich hin zu husten, dann hat man zeit ueber so manches nachzudenken. weil aber selbst der erbaulichste und moralisch hochwertigste gedankengang irgendwann lanweilig wird, hat man dann die zeit, sich mit unfug zu beschaeftigen. warum, fragte mich zum beispiel gestern jemand, habe ich eigentlich immer soviel zeit. zeit die man darin investieren kann, neue helden zu finden,
and i loved it
sich mit den hoehen und tiefen der alltagskultur auseinanderzusetzen, anderen dabei zu zu sehen, wie sie mit dem boesen ringen oder eben doch einfach selber quatsch und briefe zu poduzieren, oder eben zu lesen
woher aber nun diese zeit? ein voreiliger leser mag nun denken, der junge ist eben voellig faul und zu nichts gebrauchen, was ja nun auch nicht komplett von der hand zu weisen ist. aber als erklaerung kann das nicht ausreichen. denn faulheit, diese wundervolle subjektive eigenschaft, veraendert ja nix an der verfuegbarkeit von zeit, und wenn dann eher nachteilig. auch das ich eben keinem gutgemeintem ratschlag folgte, doch lieber arbeiten zu gehen, oder doch mal was aus mir zu machen, mag zwar erklaeren, warum ich morgens manchmal den wecker ausstelle, aber das macht ja auch nicht mehr zeit in den tag. wie also, soll man dieses vertrackte raetsel loesen? im siebzehnten jhdt. fand ein moench eine schoene antwort auf das bis dahin ungeloesten scholastische dilemma, ob gott einen stein schaffen koenne, der fuer ihn zu schwer zu heben sei (wenn nein ist er nicht allmaechtig, wenn ja dann auch). gott schaffe einfach zwei spaeren, in der einen koenne er sich dann entscheiden ihn nicht heben koennen zu wollen. das ist gut und schon fast ein ansatz. nur moechte ich ja so ungern mit der zeit gehen. dementsprechend gott gerne aus der erklaerung aussparen. einfach weil das so schoener ist. und dann soll noch ein bisschen knallbumm und wissenschaft da rein. und verstehen soll es keiner, aber alle sone ahnung haben. und da fiel es mir wie schuppen von den augen: relativitaetstheorie !
dadurch, dass ich zu den hochgewachseneren zeitgenossen gehoere, mein kopf also weiter vom erdmittelpunkt entfernt ist, als der der meisten meiner mitmenschen, ist meine geschwindigkeit im raum hoeher. dadurch vergeht die zeit fuer mich aber relativ langsamer, was mir zeit verschafft mich mit dingen auch von seiten beschaeftigen kann, die nun wirklich keiner sehen will!
auch isaac newtons aussage, er haette nur so weit sehen koennen, weil er auf der schulter von riesen stand, bekommt so einen neuen metaphorischen sinn. und wo sitzt er auf dem bild, wenn ihm der apfel auf den kopf faellt? auf einem huegel. hatte er also viel mehr zeit sich ueber den fall gedanken zu machen, als jemand, der, in der niederung sitzend, vermutlich nur geflucht haette. weils ja auch weh tut. die kindheit vergeht dann auch deshalb wie im fluge weil man da auch noch klein ist. alle beschaeftigungen im liegen kommen einem kurzweilig vor weil sie in bodennaehe verbracht werden, waehrend krankenhausbetten fuer gewoehnlich voellig unnoetig hoch sind. und welche univorlesung geht nicht schneller vorbei, wenn man den kopf auf das pult legt und schlaeft? eben. und wenn man zeit verbringen will, dann doch am liebsten am meer. da wird einem naemlich nicht langweilig. warum es aber leute gibt, die im urlaub in die berge fahren, bleibt ein raetsel. vermutlich sind es einfach langweiler. oder es hat was mit gottes parallelsphaere zu tun.
hah, wieder ein weltraetsel geloest.

nichtrauchen und altona.

ich mag den zizek ja. findet nicht jeder gut, gibt auch gruende, aber trotzdem jetzt mal was kurzes und garnicht so doofes am schillernden aussenrand der political correctness:
rauchen gegen den stalinismus