denken ohne gelaender…


…hiess einer der traeume hannah arendts. in der duesteren tragik die so vieles umwoelkt was gegenstand des arendtschen denkens wurde, ist das eine der schoensten, vertraeumtesten und zugleich bescheidensten metaphern. in einer welt in der das denken vor lauter gelaendrigkeit nur so leitplankt (und so wird das denken zur A7- bestimmen kann man hoechstens ueber die geschwindigkeit mit der man in kassel landet. wer will denn nach kassel?), in der man sich permanent fragen muss „wofuer das denn gut sein soll“ klingt sie ein wenig schlaraffenlandig- und wenn man die theorien des denkens ernstnimmt, die sich ja weitestgehend einig sind, dass die beschraenkung der vater des gedankens ist, dann ist sie strengenommen auch eine fliegende gebratene taube. auf jeden fall ist der versuch diese utopie in die denkfabriken des akademischen betriebes einzubeziehen, zum scheitern verurteilt. das denken ohne gelaender gibt es hier nur als bodenloses denken: als pausenunterhaltung im alltagsbetrieb, lebensertuechtigung oder als abschreckendes beispiel des „verrueckten professors“. aber in all dem aufgeputschten turbodenken, zwischen dem ersten redbull und der polizeistunde im lesesaal ist es ganz egal ob hannah arendt das spaete glueck haben wird mit einem einzigen ihrer schoenen gedanken recht zu behalten- auf dem gelaender sitzen, die fuesse baumeln lassen und ohne gelaender zu denken ist auf jeden fall eine verdammt schoene idee. denn visa hin oder her, die freiheit nehm ich mir- denn ich kann sie mir nicht leisten.


1 Antwort auf „denken ohne gelaender…“


  1. 1 hey 14. März 2008 um 11:42 Uhr

    mehr, mehr ,davon könnte ich geradezu süchtig werden

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