Archiv für April 2008

da hilft auch nachdenklich werden nicht.

1. erst ins lexikon gucken, dann schild schreiben.
2. nazi=“was mir nicht passt“ hinkt immer
3. tibetsoli heisst es garnicht so genau wissen wollen
4. lustig, auf ne art.

getoese, gekroese und ein abend im cafe


leise sei es geworden in der lauten stadt, so hiess es ueber mein schweigen der letzten wochen. das ist so nur bedingt richtig. hin und wieder scheint es eher als ob das gebruell der stadt einen in eine art filmstarre versetzt, in der es still wird- schoen waere es doch an dieser stelle auf „you are like a hurricane“ von neil young zurueckzugreifen… nachdem in einer leicht verstoerten diskussion herausgefunden wurde, das eben jener, also you, also der hurricane, eben kein cum sondern calm in den augen hat. das ist nicht nur weniger obszoen und poetischer, das wuerde auch passen, wenn der punkt nicht waere, das die ruhe im auge des sturms viel zu zentral ist. bei aller ichbezogenheit, die zu verheimlichen ja ziemlich laecherlich waere, wenn man einen blog betreibt- los angeles dreht sich nicht um mich, egal wie sehr ich da die schnauze halte. auch den kraus hervorzukramen und noch einmal zu rufen: wer jetzt noch was zu sagen hat, der trete vor und schweige! ist eine verlockung der nicht nachzugeben ist: mein schweigen war ja auch mitnichten das resultat einer tieferen einsicht in die stroemung unter der brandung an der oberflaeche.
vielmehr war es das leise eklipsen unfertiger gedanken um zerissene gegenstaende, das mich zu sehr gefangenhielt. und so ist es vermutlich auch kein zufall, dass ich genau jetzt den stift wieder zur seite lege und den laptop zur hand nehme. am ende bedurfte es wohl des stresses an dem abend vor einer klausur in etwas so stumpfem wie preisbildungstheorie um mich davon abzuhalten, immerwieder zu bemerken, dass die welt den satz noch weniger braucht als ich, der ihn doch auch nur loswerden will. so gesehen sind gedanken doch ein wenig wie herumstreunende propheten: man muss sie erstmal an was festnageln um wirklich was aus ihnen zu machen. und wenn das nicht reicht dann kann man sie ja immernoch wieder hervorkramen und ihre wunden vorzeigen.
oder man goennt sich ein wenig aliceesque selbstgenuegsamkeit und vermeidet die verletztheit eines entstehenden gedanken in dem man durch den spiegel sich begehrend entzieht… so ein narzissmus ist zwar ganz falsch und ueberhaupt nicht denkbar (im wahrsten sinne des wortes) aber das getoese das einen empfaengt wenn man in die plueschgewitter der grossstadt zurueckkehrt verspricht sich wieder oefter und einem damit wieder mehr als wenn man die ganze zeit an ihm geklebt haette…

obszoeni- und realitaeten

south central – disneyland.
in den spaeten 60er jahren wurden, auf draengen von fbi und lapd, die baeume in south central gefaellt. nach den erfahrungen in vietnam war man zu dem schluss gekommen, dass es im falle zu befuerchtender unruhen in den ghettos besser sei, wenn die helikopter freies schussfeld haetten.
donald nimmt den kopf unter der erde ab. kindern moechte man den traumatischen schock nicht zutrauen, ihre helden sich selbst enthaupten zu sehen. den erwachsenen moechte man vermutlich den traumatischen schock ersparen, dass ein schweissueberstroemter immigrant ihre kinder streichelt.
die lapd verfuegte seit den 1950ern ueber ein „redsquat“ dessen hauptsaechlicher aufgabenbereich es war, die im kriegsboom gebildeten gewerkschaften wieder zurueckzudraengen.
wer modern times von charly chaplin kennt und die mainstreet in disneyland hinunterflaniert, der weiss warum der eine aus den usa ausgewiesen wurde und der andere mit mccarthy zusammenarbeitete und sich bei dritten das geruecht haelt, das haette auch noch was miteinander zu tun.
in den industriehallen der ehemalig drittgroesten industriestadt der usa befinden sich inzwischen sweatshops- skid row beherbergt die wohl groesste obdachlose tageloehnerarmee der, in diesem fall ja auch ziemlich, westlichen welt.
muell in disneyland liegt durchschnittlich vier minuten, bis ein froehlicher mensch in roter uniform ihn aufsammelt und einem einen schoenen tag wuenscht.
nach den „justice riots“ 1992, die in den medien ueberwiegend als irrationaler gewaltausbruck ueberwiegend crackabhaengiger dargestellt wurde, kam es zum letzten grossen organisierungsschub in den ghettos. die basis der meisten spektakulaeren gewerkschaftsaktionen inkl. die der beruehmten „justice for janitors“kampagne lag hier.
disneyland hat inzwischen einen geschwisterkind gegenueber. ‚california adventure‘

das beeindruckende sind nicht die kontraste- hier schmutzig da sauber, hier arm da reich, hier people of colour da weiss uswusw.- und die naehe, alles richtig, aber ein unertraeglicher allgemeinplatz. aehnlich daemlich wie die robbenaugen mit denen man angesehen wird, wenn einem mitgeteilt wird „es passiert genau jetzt, da kannst du doch nicht gleichgueltig bleiben“– als ob es besser waere wenn es zwei stunden frueher oder spaeter passieren wuerde. auch die „verlogenheit“ disneylands im gegensatz zu der brutalen „echtheit“ des ghettos ist nicht gerade ein prickelnder gegensatz- v.a. weil er falsch ist. vielmehr ist disneyland ueberecht: die arbeit findet unterirdisch oder als fast schon masochistisch-laiszives vergnuegen statt, waehrend oben alle tage die infantilisierte militaerparade durch den bunten geschichtslosen raum zieht. so gesehen ist es disneyland eine ueberrealistische abbildung der stadt. der highway ist in la was die erdoberflaeche in disneyland- wo bezeichnenderweise der einzige einblick in die unterwelt die geisterbahn ist.
vielleicht erklaert das die massiven polizeiaufgebote mit denen jede noch so kleine gewerkschaftsdemonstration begleitet wird: arbeit hat nicht an die oberflaeche zu kommen. was es wohl aus den psychoanalytischen spinnereien heraus zu destillieren gaebe, wenn man als den obszoenen subtext nicht mehr sexualitaet und „geschlechtstrieb“ liest, sondern arbeit und hunger? was ist von der gleichzeitigkeit der kameraueberwachung und riesenzaeune in beverly hills und den abgeschlagenen baeumen in south central zu halten?
erinnert mich daran, das ich die tage daran weiterbasteln muss.

weil man das ja jetzt so macht

web 2.0 und feierei. in meiner linkliste findet sich jetzt eine radiostation die ich extra gebastelt habe. damit ihr jetzt auch immer schlechte musik hoeren koennt wenn ihr euch an meinen abenteuern ergoetzt.