Archiv der Kategorie 'stay away from politics'

da hilft auch nachdenklich werden nicht.

1. erst ins lexikon gucken, dann schild schreiben.
2. nazi=“was mir nicht passt“ hinkt immer
3. tibetsoli heisst es garnicht so genau wissen wollen
4. lustig, auf ne art.

und ein kurzer lesetip:

ein bewegliches heer von metaphern….

Malleus Maleficarum – eine konsequente belebung katholischer und deutscher traditionen

wenn sogar dem antizionistischen kampfblatt der linksliberalen zahnaerzte und ig fairtradetabakraucher auffaellt, dass da was im argen liegt, dann liegt da was mehr als nur im argen: der pontifex kreuzzugt wieder
panzerpapst
falls jemand zusaetzlich zur homophobie, antifeminismus, aidsleugnung und waffensegnung noch einen beweis dafuer gebraucht hat, wieviel menschenverachtung und weltblindheit vonnoeten ist um seelen zu retten, bzw. dafuer, dass „sinnsuche&spiritualitaet“ eben mehr sind als harmlose marotten zur diesseitsbewaeltigung, dann sollte dieser ausfall des deutschen lieblingspapstes eigentlich genuegen. aber china kann ja nicht jeden reaktionaeren gottesstaat besetzen…

„Alle meine Freunde sind Hardcore-Linke und Marxisten und diskutieren den ganzen Tag über den Unterschied zwischen Marxismus und Maoismus, während das Leben ohne sie weitergeht.“

obwohl ich das wochenfeuilleton der linkshedonistischen selbstgefaelligkeit ja nicht noch weiter durch die strukturlosigkeit der blogosphaere verschmieren will, wo eben alles geht solange es nur „gut gemacht“ ist und die fuenf klassischen diskursklippen umschifft werden, habe ich mich ueber das interview mit der ehemaligen vorsitzenden der black panther zu den amerikanischen wahlen sehr gefreut. lesen!

widerlich, pervers und deutschenfeindlich

eigentlich ist es nun ueberhaupt nicht der zweck dieses blogs, sich mit den ereignissen zwischen oder und rhein, die manchmal so gerne maas und memel waeren, auseinander zu setzen. das unglaeubige kopfschuetteln, mit dem man nun aber ueber den grossen teich blickt, die hilflosigkeit die sich einstellt, wenn man in die zeitungen oder podcasts vom kartoffelacker blickt, die sind vielleicht doch teil einer ueberseeerfahrung die man aufschreiben sollte. ueber die ereignisse, die dazu fuehrten, dass der wahnsinn sich bahn bricht, muss ja an dieser stelle nichtmehr aufgeklaert werden. zwei jugendliche, die zur heimlichen freude der urteilenden keinen deutschen pass haben, werden von einem sehr deutschen rentner darauf hingewiesen „dass das rauchen in deutschen ubahnen verboten ist“ und treten ihn daraufhin zusammen. der rentner landet fuer zehn tage im krankenhaus, die jugendlichen werden fuer bis zu zehn jahre im gefaengnis landen. auch dass wahlkampf ist und das, was in einem herr koch so denkt, kann ich wohl als gegeben vorraussetzen. seit sophokles weiss jeder, dass die jugend verroht ist. da nuetzt es eben nichts zu sagen, dass jugendkriminalitaet seit jahren ruecklaeufig ist, dass 90% der streiche im „fliegenden klassenzimmer“ heute vermutlich schon in den jugendstrafvollzug, auf jeden fall aber in die jugendkriminalitaetsstatistik fuehren wuerden, dass „auslaendische“ jugendliche, wenn man soziale stellung und/oder bildung als variable in die statistik mit aufnimmt sogar weniger straffaellig werden, als ihre doitschen alterskameraden, das ist hinlaenglich bekannt. hilft aber nix.
nun aber: die ZEIT, nicht gerade der hort von scharfer polemik und kritik, hat einen redakteur. dieser insasse des deutschen feuilletons tat etwas fuer seine zunft sehr ungewoehnliches, weil richtiges: er erlaubte sich zu fragen, was menschen wohl dazu bringt, jemanden so zusammen zu treten. zeit, videostream
und kommt, oh schreck, zu dem schluss, dass es wohl nicht ganz zufaellig ist, wer da durchtillt. das sagt er noch nicht einmal. was er sagt ist noch viel leiser und vorsichtiger (die unsicherheit ist dem armen kerl foermlich anzusehen. er weiss wohl mit wem er sich grade anlegt): die normalitaet von demuetigung und gaengelung in deutschland mag der druck sein, der sich in dem gefilmten exzess sein ventil sucht.
was daraufhin losbricht gibt dem angeklagten recht: er sei „krankhaft deutschenfeindlich“, er, das „offensichtlich kaputte relikt der 68er“ solle doch, nein, nicht nach drueben gehen, sondern: „den schaedel eingetreten bekommen“ (wie waers denn mit vergasen?). denn er verteidige (was er mit keinem wort getan hat) „menschen, denen noch nichteinmal die primitivsten verhaltensregeln beigebracht worden sind“ und die den rentner „mit fusstritten hinrichten wollten“. in dieser verkehrung wird es noch deutlicher: hingerichtet werden sollte nicht der rentner. die beiden haben ihn zusammengeschlagen. hinrichten will die beiden die aufgebrachte meute, die die ganze zeit so tut, als haetten die beiden dafuer einen lolli bekommen und waeren zu mama geschickt worden (zum unnoetigen gegenbeweis genuegt, wenn man denn will, wie hier nachlesen kann, sogar ein blick in die bild). und das rauchverbot in deutschen ubahnen als „primitivste verhaltensregeln“ zu bezeichnen ist mehr als seltsam: welch barbarei muss in laendern herrschen, wo in ubahnen immernoch geraucht werden darf? es genuegt eben nicht keine gedanken zu haben, man muss auch unfaehig sein sie auszudruecken.
(alle zitate aus den kommentaren, die auf das video folgten).
heine hatte, als er von „germanias antlitz“ sprach, poetische massstaebe angelegt. in der sache muss man hingegen mit der titanic sagen: deutschland hat kein antlitz. noch nichtmal ein gesicht. deutschland hat eine angstverzerrte fratze. oder mit karl kraus: „…das verdaechtige am patriotismus ist nicht so sehr der hass auf andrer leute vaterlaender als die liebe zum eigenen…“ und weil ich darueber so wuetend bin, verlinke ich jetzt hier noch einen text, den ich beim googlen (hah!, fuck deutsche sprache!) gefunden und erst voellig wahnsinnig fand. seine plausibilitaet erschliesst sich aus den antworten. die sache hat der kritik recht gegeben.
serkan hatte keine chance
und bevor die frage kommt: ich weiss und glaube nicht, dass „es“ hier „besser ist“. ich bin grade nur mal wieder traurig darueber, wie es „da“ ist. weil ich eben manchmal ganz leise an das gute glaube. ich hippie.

neues aus absurdistan

niemand sollte ein studivz profil haben. ich hab nun eins und nochnichteinmal die aenderung der datenschutzbedingungen konnte mich aus diesem vsverein treiben. aber: man kann auf verhaeltnismaessig unkomplizierte weise die unangenehmsten teile dieser aenderungen fuer sein profil deaktivieren. tut man dies allerdings, bekommt man seltsame nachrichten, die einen ueber die uebergrossen vorteile des verzichts auf datenschutz aufklaeren. am meisten hab ich mich ueber die aufklaerung zu personalisierter werbung gefreut:
„….Bist du dir sicher? Denn wenn du das Häkchen stehen lässt, bekommst du für dich interessantere Werbung. Wie z.B. nur Frauen bekommen Werbung für Lippenstift, nur Männer sehen Werbebanner für Fußballvideospiele.
Wenn du das Häkchen wegnimmst, bekommst du weiterhin Werbung angezeigt, nur können wir für dich weniger interessante Werbung nicht mehr herausfiltern…“
ob ich es wohl ueberleben werde, neben der sicher unglaublich interessanten werbung fuer fussballvideospiele auch lippenstiftwerbung angezeigt zu bekommen?

reim dich oder ich fress dich

obwohl ich garnicht so schlecht dichten kann, wie mir nach dem lesen der deutschen presse in letzter zeit wird, hier eine buettenrede, denn man soll doch in sprachen zu ihnen sprechen, die sie in ihrer deutschheit verstehen, also nicht auf deutsch, sondern auf buette, die der verhinderte senile alt68er deutschlehrer in mir verfasst hat, meinen drittletzten eintrag betreffend.

harte zeiten sinds, zumal,
nach der wahl ist vor der wahl,
so mancher um den posten bangt,
den er so muehsam hat erlangt.
und so braucht man auf die schnelle
ein thema. heut sinds kriminelle -
die ganz schlimmen selbstverstaendlich.
die aus andren laendern stammend,
den fuss in deutsche leiber rammend,
nicht zu gebrauchen sind schlussendlich.

und so schreitet man zur tat.
damit auf deutscher heimaterde
oben nicht zu unten werde,
so erlasse man gesetze:
nur ein deutsch ein deutsch verletze.
und da wird man ganz geschaeftig,
poltert nicht nur furchtbar heftig,
in berlin scheint man zu meinen,
wie im grossen, so im kleinen!
weil man sich so sicher fuehlt,
wenn alles auf die andren zielt
engagiert man dann am ende
auch „germanias“ starke haende.

ein letztes man mir noch gestatte,
wo ich’s doch mit germania hatte:
multiethnisch kampferprobt,
haett opa sich wohl auch gelobt.

damit moechte ich natuerlich niemandes opa verunglimpfen. da der ja vermutlich im widerstand war, wie eigentlich alle, die sich nicht durch die gnade der spaeten geburt feige entzogen haben. und ausserdem leidet in jedem krieg die zivilbevoelkerung am schlimmsten. und da die deutschen am schlimmsten gelitten haben – das kann man ganz klar beweisen: die deutschen waren total erfolgreich im alle vernichten, die anderen nicht. da menschen nun mal so sind, folgt daraus, dass die deutschen viel professioneller, ergo effizienter, ergo schmerzfreier waren – also waren sie per definitionem alle zivilisten. das soll nix relativieren, aber klarstellen, dass es gute recht eines jeden opas ist „das auch mal sagen zu duerfen“. weil das sein enkel naemlich ohnehin schon die ganze zeit sagt und im geheimen sein sohn auch schon gewusst hat. und schliesslich haben die tuerken angefangen. nicht nur in der ubahn, sondern auch vor wien. gute nacht, in der ich hoffentlich nicht an deutschland denke, weil ich frei nach heinrich dem heine eine muetze schlaf braeuchte um die ich sonst gebracht wuerde.

„diesem vaterland nicht meine beine“

manchmal werfe ich einen blick in die zeitungen, die man im internet so lesen kann. und da les ich dann das hier:
http://www.taz.de/nc/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=ba&dig=2007%2F12%2F10%2Fa0149&src=GI&cHash=e736c39de0
und dann hab ich nicht nur kein heimweh mehr, sondern muss meinen ekel auchnoch mit paranoidem zynismus beruhigen. wie z.b.: einen multiethnisch konflikterprobten wachdienst „germania“. das haben die nur erfunden um mich zu unterhalten. sowas gibt es garnicht in echt.

weises zum mittwoch

in der schoensten aller staedte belaestigte mich doch wieder eine menschengattung, der ich bereits einen text gewidmet hatte. damals allerdings noch nicht wissend, dass der gegenstand der eroerterungen der apologeten des weltunterganges im englischen eine recht schoene und obendrein noch reimende bezeichnung traegt „gloom and doom“. doch nicht deshalb schreib ich diese zeilen, sondern um mit peter hacks ein zweites mal zu sagen, was nicht mehr gesagt werden muessen sollte:

Im Zwiebelbeet

Man hoert sovieles Haessliche erwaehnen.
Mal schlaegt es diesen, und mal trifft es jenen.
Wer leugnets denn? Es kann auch uns erwischen.
Der Taetige beschaeftigt sich inzwischen.

Doch ward es Brauch, mit Greinen und mit Keifen
Dem ungewissen Unheil vorzugreifen.
Verwuenschter Zeitgeschmack. Ich seh sie dauernd,
Als ob die Welt nicht schlimm genug waer, trauernd.

Das gibt sich lustvoll auf und gern verloren.
Das haelt nur Aussichtslosestes fuer wahr.
Das waer am allerliebsten nicht geboren.
Ich mags nicht einsehn. Schon im dritten Jahr
Sitz ich in meinem Garten mit Behagen
Im Zwiebelbeet. Und sollte mich beklagen?

morgen geht es dann wieder zurueck nach los angeles. ich freu mich drauf. zudem ist mir heute aufgefallen, dass mehr als ein drittel meiner zeit hier schon verronnen ist. ein seltsames gefuehl, denn irgendwie ist das keine zeiteinheit. dreimal bis jetzt? das ist nix. oder fuer immer. je nach gemuetslage sagt man eben: ich bin doch kaum hier, oder: ohne euch soll ich das nochmal doppelt so lange aushalten. aber mit sowas will ich keinen belaestigen. aber etwas anderes moechte ich euch naeher bringen: ihr solltet alle aethiopisch essen gehen. das ist kein zynischer hinweis darauf dass ihr fett seid, sondern eine echte empfehlung. lecker. und (zumindest hier) garnichtmal so teuer.bon appetit!

kiffende konserven und a roaring rampage of supply

vieles ist passiert. da waere zum beispiel mein ausflug in einere unbekannte welt um die ecke. da gibt es ein haus, das aussieht, als waere es von einerm beruehmten architekten. ist es wohl auch. und die welt darin sieht aus, like punkrock never happened. dunkle holztaefelung an rund gehaltenen waenden, von denen jimmy hendrix und che guevara herablaecheln, waehrend abraxas auf vinyl laeuft – ueberfluessig zu erwaehnen, dass der plattenspieler an andy warhol gemahnt. und so sieht das ganze haus aus… es ist aber kein museum, sondern das marihuanaaroma verstroemende domizil der letzten vollblutkunststudenten. und die hippienummer nennen sie konzept. ich kann „ironisch gebrochen“ ja eh‘ nicht mehr hoeren, aber so konsequent zu sein, dann auchnoch nach patchuli zu riechen, das hat mir schon fast respekt eingefloesst. ausserdem war es schoen mal wirklich rauszukommen, nicht nur geografisch sondern in dem fall fast historisch… in ebenjenem konzeptkunstwerk waren wir versammelt um ein konzert auf dvd zu gucken und rotwein zu trinken. ich hab das ohne ironische distanz gemacht
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was zum naechsten punkt fuehrt. wer elektronische musik mag, oder einfach glaubt, das es sowas wie wirklich gute, duestere audiovisuelle kunst gibt, die weder borderline noch gothmist ist. muss unbedingt „the knife“ checken. einfach auf youtube gehen und angucken. man sollte aber vielleicht jemanden haben, der einen danach in den arm nimmt, vor allem wenn man „n.y. hotel“ guckt (musikalisch eher schlecht, aber wie „marble house“ ein wenig emotional intensiv)
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das groessenwahnsinnige projekt die interne unmoeglichkeit der vwl als wissenschaft aus der vwl selbst zu erklaeren, laesst sich bis jetzt in folgenden thesen zusammenfassen:
1. es gibt die nachfrage als nutzenfunktion nicht. was die nachfragekurve zeigt ist ein machtverhaeltnis das in der unterschiedlichen kapitalausstattung der nachfrager begruendet liegt. das kann man selbst aus der nutzenwerttheorie erklaeren: die nachfrage nach einem bestimmten gut ist die ableitung der nutzenfunktion des geldes.
2. es gibt die angebotskurve , aber sie bestimmt sich voellig anders als ueber „verschiedener preis-verschiedene nachfrage“ vielmehr ist und bleibt der preis auf lange sicht die summe aus produktionskosten und durchschnittlichem profit.
3. ernstgenommen fuehrt die subjektive-nutzen-wert theorie der neoklassik also in die voellige leere, sie selber zerschneidet das band zwischen nutzen und preis. der wert konstituiert sich auch hier ueber arbeit. gesellschaftlich-objektiv.
4. das aber bedeutet: der ganze ethische kern der vwl ist fuer den arsch. es gibt keine nutzentheorie.
jedem der mir jetzt erzaehlt, das haette marx auch schon gewusst kann ich nur sagen: stimmt. aber erstens hat der das nicht mit dem begrenzten instrumentarium der vwl versucht, war ausserdem aelter und zu guter letzt: lasst mich doch auch mal was rausfinden. denn das ich da rauskommen wuerde, wusste ich vorher nicht.